Ich esse Fleisch. Und das ist auch gut so!

Kühe auf der Wiese.

Kühe auf der Wiese.

Ich esse Fleisch, und das ist auch gut so.

Ich bin weder Veganer, noch Vegetarier, ich bin umgangssprachlich mit dem fast schon als Schimpfwort zu bezeichnenden Begriff „Omni“ zu erklären.

Omni = alles (fr)essend. Oder doch nicht?

Aufgewachsen in einer Metzgersfamilie war Fleisch bei uns quasi ein Grundnahrungsmittel und lange Zeit für mich unverzichtbar.

Auch heute esse ich noch gern Fleisch. Warum? Weil es mir schmeckt, ich weiß woher es kommt und es unsere Menschheit faktisch nicht geben würde, wäre da nicht das Fleischessertum.

Seit Menschengedenken essen wir Fleisch. Ob Homo Sapiens, Homo Neanderthalensis oder andere Menschenformen. Wir sind eine allesfressende (omnivore), also auch fleischfressende Spezies – mal mehr, mal weniger, aber es zeigt: unser Gebiss ist dafür ausgelegt.

Soviel zur Geschichte.

Warum müssen aber nun alle Menschen zu Veganern werden, ja quasi als Trend. Und dann verurteilen diese Menschen wiederum diejenigen, die Fleisch essen.

Wenn ein Bär Läsker auf einmal vegan lebt, dann kann er das gern tun. Aber bitte verurteilen Sie doch nicht diejenigen, die sich ethisch darauf eingelassen haben, weiterhin Fleisch zu essen.

Ich liebe Tiere. Bin schon als Kind auf die Barrikaden gegangen, wenn man wortwörtlich einer Fliege was zuleide tat.

Mein Vater, eben erwähnt Metzger und Jäger (!) kam nicht selten mit erschossenen Tieren nach Hause und ich heulte Rotz und Wasser.

Und auch heute noch wird mir schlecht  bei dem Gedanken, dass ein Tier leiden muss.

Unzählige Petitionen habe ich unterschrieben und jedes Tier würde ich adhoc adoptieren.

Und trotzdem esse ich Fleisch!

Ich esse Fleisch von Tieren, deren Herkunft ich kenne. Ja, wirklich kenne.

Ich lebe auf dem Land, kaufe es nicht im Supermarkt sondern auf dem Markt beim Bio-Metzger mit Fotos der Tiere oder beim Bauernhof um die Ecke. Und ja ich weiß, das ist LUXUS. Aber Luxus den ich bewusst aussuche und mir und meiner Familie gönne. Bewusst

ABER:

Was mich wirklich fassungslos macht, ist der respektlose Umgang mit Fleisch. Die Massentierhaltung, die Hühnerfarmen und Milchkuhzüchtungen.

Es macht mir rasend zu sehen, mit welch skrupelloser Arroganz sich Menschen an Tieren vergehen, um aus ihnen Profit zu schlagen.

Und warum tut ein Mensch soetwas, warum behandelt er Tiere wie Dreck?

Weil es gewollt ist!

Die Menschen wollen ein ganzes Huhn für 2,99€ und zahlen aber für einen Cappuccino einer Café-Kette das gleiche oder mehr, ohne es zu hinterfragen. Damit es tagtäglich Fleisch auf dem Teller gibt. Ohne ein Bewusstsein dafür.

Die Café-Kette setzt den Preis fest und alle sind bereit ihn zu bezahlen. Aber solange ein Viehzüchter denkt, dass der Konsument nicht bereit ist mehr Geld für gutes Fleisch zu zahlen wird sich auch nichts ändern. Die Ausrede ist immer „der Konsument will es so“. Ja das stimmt, aber er wäre auch bereit umzudenken, wenn man ihn vorsichtig „zwingen“ würde.

Und da liegt meines Erachtens der große Fehler. Ich finde es ist ok Tiere zu essen, wenn sie ein gutes und schönes Leben hatten. Es ist auch ok eine Kuh zu melken, die Milch für mehrere Kälber hat, aber nur eines sattbekommen muss.

Aber es ist verdammt nochmal nicht ok Tiere zusammenzupferchen, ihnen Medikamente einzutrichtern, sie mit Futtermaschinen zu mästen und nach kurzer, qualvoller Lebensdauer zu schlachten!

Ich esse aus diesem Grund auch keine Babytiere. Weder Kalb, noch Ferkel oder Lamm kommt auf meinen Teller. Denn ein Kind sollte – egal welcher Spezies es angehört – nicht getötet werden.

Aber sein wir  mal ehrlich – wo fangen wir an wo hören wir auf.

Es ist doch nicht nur das Fleisch…

Weiter geht es bei Kinderarbeit, Billigwaren, Privatisierung von Wasserquellen und nicht zu vergessen die Vermüllung unserer Ozeane.

Da frage ich mich dann: was trägt ein echter Veganer? Kein Leder, soviel ist klar. Woraus bestehen dann seine Schuhe? Plastik –aha. Und wo kommt das Plastik hin, wenn es nicht mehr benötigt wird…

Die Verkettung ist unendlich und Veganismus ist nicht die Lösung.

Wir müssen jeder für sich entscheiden, was wir ertragen und was nicht.

Niemand muss dafür mehr missionieren – eher aufklären. Nicht verurteilen, sondern verstehen.

Denn ja, es gibt Menschen, die können sich den Luxus von guten und fair gehandelten Lebensmitteln nicht leisten. Egal ob Tomate oder Steak. Noch nicht.

Aber vielleicht schaffen wir ein Bewusstsein dafür, dass es eben auch nicht immer Fleisch geben muss, dass ein Überkonsum nicht von Reichtum, sondern von Gesellschaftszwang zeugt.

Wir, die wir Kinder großziehen haben diese Verantwortung und auch die „Macht“ etwas zu ändern. In den Köpfen der Rohdiamanten die noch völlig wertfrei in der Welt stehen und sich alles anschauen…

Ich möchte niemandem sagen dass er oder sie etwas falsch macht. Ich möchte lediglich aufzeigen, dass es Dinge gibt, über die wir uns bewusst und mehr Gedanken machen sollten.

In diesem Sinne

Eure Nina

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